Es ist immer noch nicht viel passiert hier, aber es gibt Weihnachtsfotos!
 
Wir züchten Zwergpinscher aus Leidenschaft!



Eine Grundsatzfrage: warum ein Rassehund? Warum ein Zwergpinscher?

Der Mensch neigt zu Extremen: heute muss es entweder eine Qualzucht sein - oder ein "geretteter" Hund, beide oft genug aus zwielichtigen Massenimporten, an denen nur der Freude hat, der daran verdient. Daneben hat ein Zwergpinscher kaum eine Chance: gesund, natürlich proportioniert und, wenn man sich ein bißchen umschaut, aus einer liebevollen Familienaufzucht. Für einen Züchter der sich alle Mühe gibt, seine Welpen auf ein glückliches Familienleben vorzubereiten, ist es schwer verständlich, warum ein Hund physisch oder psychisch leiden muss, bevor er geliebt wird. Jeder zukünftige Hundehalter ist frei in seiner Entscheidung: für den einen paßt ein Mischling aus Rumänien, für den anderen soll es eine bestimmte Rasse von einem bestimmten Züchter sein. Aber es ist absurd, wenn Menschen das Gefühl bekommen, es sei falsch, sich nach sorgfältiger Überlegung für einen Welpen aus einer guten Zucht und Aufzucht zu entscheiden. Suchen Sie sich Ihren Hund nach Ihren eigenen Bedürfnissen aus: wenn Sie einen Labrador kaufen, können Sie damit rechnen, dass Ihr Leben friedlich weiterläuft. Ein Schäferhund wird sie beschützen, braucht aber mehr Arbeit. Nordische oder japanische  Hunde lassen sich nicht auf dem Hundeplatz "abarbeiten", da sind stundenlange Spaziergänge (wahlweise Fahrrad) angesagt, ein Beagle ist ein freundliches Herzchen, aber der Jadgtrieb wird sie in Atem halten.... Und ein Zwergpinscher?: Spiel, Spaß und Spannung!                                                                                                                                              In meinen Augen gehört die Vielfalt unserer wunderbaren Hunderassen zu den größten kulturellen Leistungen des Menschen. Dafür pfeiff ich auf Picasso! Es wäre ein großer Verlust, wenn diese Vielfalt verloren ginge. Die bodenständige Rasse Deutscher Pinscher stand schon auf der Liste der bedrohten Haustierarten und konnte nur dank engagierter Züchter und Halter gerettet werden. Der Zwergpinscher rangiert inzwischen weit hinter seinem großen Bruder, mit 189 Welpen im Jahr 2011 und gerade noch 125 im Jahr 2014 - inzwischen steigen die Zahlen wieder ein wenig, aber der ZP liegt weiter weit hinten in der VDH-Welpenstatistik.
Das ist schade, denn ganz bestimmt wäre die Welt ärmer ohne diese fröhlichen Rabauken!

Rasseportrait


Der Zwergpinscher (ZP) ist ein kleiner Hund aber, seines Namens zum Trotz, kein Zwerg. Harmonisch gebaut und elegant wirkt er wie ein Mini-Dobermann. Dem entsprechen auch Temperament und Bewegungsfreude! Zwergpinscher sind Athleten und ideale Begleiter für viele sportliche Aktivitäten. Im Verhalten sind sie aufmerksam, leistungsbereit und wachsam wie Schäferhunde - und auch ebenso flexibel. Am Wochenende auf große Tour, am Montag ein Bürotag samt Überstunden - kein Problem!
Gängige Vorurteile, z.B. Zwergpinscher seien nervös, aufgeregt, verkläfft und empfindlich, können Sie getrost vergessen! Im Gegenteil haben sie ein ausgeglichenes, stabiles Wesen, sind arbeitseifrig und mutig. Diese Hunde muß man erlebt haben, bevor man  glaubt, was in ihnen steckt!
Also Vorsicht: der tut was! Wenn er nicht schläft (was er, wie alle Hunde, ausgiebig kann) unternimmt er irgendetwas. Wenn Sie ihn nicht genügend beschäftigen, auch mal was, was Ihnen nicht gefällt. Nehmens Sie´s gelassen, der kleine Kerl zerlegt Ihnen nicht die Wohnung. Aber lassen Sie sich mitreißen: Aktivitäten mit ZPs machen viel Freude! Und Ihr Pinscherchen begleitet Sie gerne bei allen ihren Einfällen: spielen, raufen, laufen, radeln, Zirkustricks, Hundeschule, versteckte Sachen suchen (gut bei Regenwetter!), verschiedene Gegenstände bringen (Alci kann "Ball" , "Hausschuh" und "Hasi") - Zwergpinscher können (fast) alles!
(Foto: Alcinia springt von einem abgebrochenen Baum aus, den sie erklettert hat, in meine Arme. Dazu gehört eine Menge Vertrauen und Mut!)

Charakter

Das eigentlich Bestechende ist aber nicht ihr Arbeitseifer, sondern ihr fröhliches und begeisterungsfähiges Wesen! Alles was ZP tun, tun sie mit Leidenschaft, sei es arbeiten oder auf dem Sofa fläzen. Sie haben ein ausgeprägtes Talent dafür, es sich gut gehen zu lassen - was ebenso ansteckend ist wie ihre gute Laune!  
Zwergpinscher tun richtig gut!

In der Familie


ZP sind wunderbare Familienhunde, die sich in einer großen Runde mit Kind und Kegel wohl fühlen. Sie lieben und brauchen Gesellschaft. Setzen Sie Ihren ZP jedoch niemals unerzogenen oder herrschsüchtigen Kindern aus! Fremden Personen gegenüber sind ZP zurückhaltend, aber weder ängstlich noch aggressiv.

Verträglichkeit


Gut sozialisierte ZP kommen auch mit großen Hunden glänzend zurecht. Sie sind nicht ängstlich, aber schlau genug um ihre Grenzen zu kennen und Konfrontationen zu vermeiden.
Es sollte für jeden Hundehalter selbstverständlich sein, einander fremde Hunde nicht unkontrolliert frei laufen zu lassen. Wann und mit welchem Hund ihr Hund spielt, bestimmen Sie!

Hundesport


ZP sind keine Stubenhocker, sie brauchen Beschäftigung − nicht nur für den Körper, sondern auch für den recht lebendigen Geist! Auch wenn sie im Schutzdienst nicht ganz ernst genommen werden und keine Ertrinkenden aus dem Wasser ziehen (viele sind wasserscheu) eignen sie sich doch für fast alle Arten des Hundesports: Obedience (Infos unter "links" "Schäferhunde von Nibiru", Videos mit Hundetrainer Clemens Werner!), Agility, Zirkuslektionen...Regelmäßiges Training auf dem Hundeplatz tut gut und macht Spaß. Wie alle gesunden Hunde lieben ZP ausgedehnte Spaziergänge oder besser noch Wandertouren.

Erziehung


Die Erziehung ist eigentlich einfach. Zwergpinscher sind ziemlich schlau, aufmerksam, gelehrig und haben Freude an der Arbeit. Uneigentlich fällt es manchmal schwer, konsequent zu bleiben, die Hundchen bringen einen einfach zu leicht zum Lachen! Zumindest die Begleithundeprüfung sollte aber jeder Hund ablegen.       

Pflege

Das Fell des ZPs ist glatt und ohne Unterwolle. Zur Pflege genügt ein feuchtes Tuch, sie sind sehr leicht sauber zu halten. Übrigens: ZP lieben Schnee und brauchen kein Mäntelchen, solange sie sich durch Bewegung warm haltenkönnen.

Fütterung

Die Fütterung ist nicht schwierig, wenn Sie nicht viel Aufwand treiben möchten reicht Fertigfutter, ab und zu ergänzt durch frisches Fleisch und Gemüse (z.B.gekochte Kartoffeln). Bei der Wahl eines geeigneten Fertigfutters sollten Sie bedenken: Forschung kostet Geld, viel  Geld. Eine gute Firma hat dafür ihre eigenen Fachtierärtzte für Tierernährung. Eine kleine Firma kann sich das gar nicht leisten. Ein Futter wird auch nicht dadurch besser, dass "natürlich" auf dem Sack steht und eine Handvoll Kräuter (oder andere "Naturprodukte"), deren Inhaltsstoffe noch nicht einmal analysiert sind, beigemengt werden.
Vorsicht ist auch beim "Barfen" (Rohkostfütterung) geboten. Erstens ist frisches Fleisch mit Keimen behaftet - oft ist es sogar stark kontaminiert! Vor Gebrauch sollten Sie das Fleisch von einem Mikrobiologen prüfen lassen - den haben Sie aber vermutlich nicht zur Hand. Zweitens ist die Zusammensetzung einer richtigen Fütterungsration eine hochkomplexe Angelegenheit und gehört in die Hände von Fachtierärzten für Ernährung.
Zumindest mit jungen, noch im Wachsen begriffenen Hunden sollten Sie keine Experimente machen sondern auf ein geprüftes, alters- und größengemässes Fertigprodukt einer großen Firma mit eigener Forschungsabteilung zurückgreifen.
Sehr wichtig ist: halten Sie Ihren ZP auf jeden Fall schlank! Die heiklen Fresser sind weitaus seltener als diejenigen, bei denen der Appetit die Körpergröße bei Weitem übersteigt! Wie beim Menschen schadet zusätzliches Gewicht den Gelenken (Arthrose), dem Stoffwechsel (Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen) und der Lebensfreude. Zur Orientierung: ein Hund, bei dem die einzelnen Rippen und die Hüfthöcker zu sehen sind ist dünn, etwas mehr wäre gut. Aber der letzte Rippenbogen (das Ende des knöchernen Brustkorbes) sollte zu sehen und der Bauch deutlich aufgezogen sein. Absolut im Traummaß ist z.B. Anton auf dem ersten Foto auf dieser Seite. Ebenfalls Traummaße zeigt Alcinia auf  der Hundeseite (jedenfalls auf diesem Fotos, auch wir sind am kämpfen), während Erik (auch auf der Hundeseite) etwas zu dünn ist - zuviel Testosteron...
Zum Schluß ein Wort zum Tierschutz: wir sollten doch nicht nur an unsere Hunde denken, sondern auch an die armen Tiere, die im Hundefutter landen! Wenn Sie ein Hundefutter "in Lebensmittelqualität" kaufen, heißt das, dass Tiere extra für Hunde geschlachtet werden. Das muss nicht sein! Hunde haben nichts gegen Innereien, Euter oder Fleisch aus Notschlachtungen, das Menschen nicht essen wollen oder dürfen. Bioqualität verspricht dagegen etwas höhere Standards in der Tierhaltung als die konventionelle Nutztierhaltung, das macht Sinn.

Die Gretchenfrage: Schoßhund oder nicht?


Ganz zum Schluß sei′s zugegeben: Zwergpinscher sind auch wunderbare Schoßhunde. Sie können stundenlang an ihren Menschen gekuschelt schlafen, mucksmäuschen still, wunderbar warm und einfach herzerwärmend...

ps: wie wir auf den Zwergpinscher kamen 

Wir suchten einen kleinen Hund für unseren damals 13jährigen Sohn. Ein Hund, der bereit wäre mit einem Jugendlichen zusammen zu arbeiten und kein Kleinholz hinterlassen würde, wenn es mal nicht ganz klappen sollte mit der Kommunikation. Außerdem sollte es eine gesunde Rasse sein, kein eingedrückter Nasenspiegel, kein Rundkopf, keine hervortretenden Augen, keine abgequetschten Tränengänge oder andere Defekte. Nachdem wir Alcinias Eltern erlebt hatten, stand unsere Entscheidung fest! Wir warteten über ein Jahr auf unsere kleine Alcinia, die alle unsere Erwartungen übererfüllt! In mein "Beuteschema" passte das Hundchen zunächst überhaupt nicht - aber zu meiner großen Überraschung wurde ich sehr schnell zum absoluten Fan der Rasse!
Meine Shiba Inu Hündin Himiko war eindrucksvoller  (und ja, auch schöner) - drin ein Kätzchen, draußen eine Kreuzung zwischen Fuchs und Windhund. Die Zeiten, in denen ich eine Akita Inu Hündin (Chiba) und einen Chesapeak Bay Retriever (Kirby) gleichzeitig führte, waren abenteuerlich. Ich habe heute noch gut trainierte Nebennieren und einen Anekdotenschatz der bis zum Lebensende reicht. Und ehrlich: charakterlich stand mir nie ein Hund näher als meine Chiba...Dann kam mit Merlin ganz ungeplant ein Schäferhund (deutsch mit einem Schuß französisch) ins Haus. So was gibt´s: ein Hund, der alles recht machen möchte gepaart mit einem Schutzinstinkt, der sehr beruhigend ist, wenn man sich auf der richtigen Seite befindet.
Aber ich hatte noch nie einen so fröhlichen  und schlauen Hund wie unsere Alcinia! Ihre soziale Intelligenz ist unglaublich, sie liest in einem menschlichen Gesicht wie in einem offenen Buch. Und die Leistungsbereitschaft des ZP steht der eines Schäferhundes in nichts nach. Gepaart ist dieser Arbeitswille mit einer Nervenstärke, die man so einem kleinen Wirbelwind nicht zutraut - und die viele Gebrauchshunderassen, die zu sehr auf Reaktivität und Gehorsam gezüchtet sind, längst verloren haben.
Wenn Sie jetzt aber glauben, ein Hund mit so viel "will to please" sei langweilig, täuschen Sie sich! Der ZP Besitzer der behauptet, sein Hund hätte ihn noch nie ausgetrickst, hat es einfach bloß nicht gemerkt....

Und hier noch eine kleine Familiengeschichte: meine unvergessenen Hunde und mein Ähne Tobias Ott, von dem das "Hundegen" stammt, samt seiner schönsten Hündin "Katja von Blasienberg"